Die Praxis im Recht

Zunehmend lockert sich das ursprünglich rigide Werbeverbot für Ärzte und Mediziner. Der steigende Wettbewerb im Medizinmarkt fordert unternehmerisches Denken und führt ganz selbstverständlich zu einer Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Praxismarketing. Derzeit bestimmen vor allem die Musterberufsordnung für Ärzte (MBO-Ä), das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) was ein Arzt im Bereich Praxis-Werbung darf und was nicht. Immer mehr gilt dabei: Erlaubt ist, was nicht explizit verboten ist.

 

Hinweis: Dies ist keine verbindliche Rechtsberatung. Die Rubrik "Rechtliche Grundlagen" dient lediglich der Information und spiegelt den derzeitigen Stand der deutschen Rechtsprechung wider. Für konkrete Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Rechtsanwalt oder fragen Sie Ihre Standes- oder Berufsvertretung. Eine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit aller Angaben wird nicht übernommen.

Was ist erlaubt, was nicht?

Das Werberecht für Ärzte liberalisiert sich – und passt sich den Notwendigkeit des Unternehmens Arztpraxis an. Was Ärzte in Sachen Marketing und Werbung dürfen und was nicht ist heute in weiten Teilen klar geregelt. Grundsätzlich gilt: Patienten wollen Informationen und Ärzte dürfen informieren.

Praxismarketing im Detail

Was darf ein Arzt beim Praxismarketing?

  • sachgerechte Informationen über die Paxis und das Leistungsangebot verbreiten
  • Schwerpunkte und Spezialisierungen nennen
  • besondere Versorgungsleistungen angeben, wie z.B. Wochenendsprechstunden, Notfallsprechstunden, Hausbesuche, kassengünstige Leistungsangebote usw.
  • Hinweise auf Zertifizierungen der Praxis geben
  • Praxisbroschüren mit medizinischen und organisatorischen Informationen bereitstellen
  • sachliches Praxislogo verwenden
  • Gebäude, Praxisräume und technische Geräte (auch im Einsatz) zeigen

Was darf ein Arzt beim Praxismarketing nicht?

  • anpreisende und irreführende Aussagen oder Alleinstellungsbehauptungen machen
  • nicht durch die Berufsordnung geregelte Berufsbezeichnung verwenden
  • Erfolgsgarantien geben, Heilungsversprechen und unsichere Prognosen machen
  • vergleichende Darstellungen zeigen (vorher/nachher-Bilder)
  • Dankes- oder Empfehlungsschreiben von Patienten veröffentlichen
  • mit Sonderangeboten, vergünstigten Leistungen oder Privatkundenpreisen werben
  • allgemeingültig verfügbare Leistungen bewerben, wie z.B. Impfungen, Zuckertests, Bluttests usw.
  • Direct-Mailing, d.h. der Versand von Informationen per Post oder E-Mail
  • Bewerbung der eigenen Tätigkeiten bei anderen Unternehmen des Gesundheitswesens, z.B. Apotheken, Wellnesseinrichtungen, Massagepraxen etc.
  • jegliche Art von Werbebannern und Pop-up-Fenster

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